Rot-weiß-rote “Forbes-Super-Acht” und Vermögenssteuer

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Die aktuelle Milliardärsliste des Magazins „Forbes“ führt aktuell acht Milliardäre aus Österreich. Eines verbindet sie alle: Diese “österreichischen Dagoberts“ schwimmen in ihrem Reichtum, ohne dass ein nennenswerter Teil ihres Vermögens über Steuern zu einer solidarischen Umverteilung von oben nach unten abgesaugt wird.

Namen wie Porsche und Piech, die Wlaschek-Familie, der Swarovski-Clan oder die Flick-Dynastie fehlen in der Aufstellung des amerikanischen Wirtschaftsmagazins. Dennoch reicht diese Forbes-Liste aus, um ein Rechenbeispiel zu liefern: Wie viel würde dem Staat durch ein moderates Vermögenssteuer-Modell mit gestaffelten Sätzen (1 % ab 1 Million Euro, 2 % ab 10 Millionen Euro, 3 % ab 100 Millionen Euro und 4 % ab 1 Milliarde Euro) entgehen? 

“The Golden (Red) Bull” Mark Mateschitz führt die Forbes-Milliadärs-Liste Österreichs an – dessen Vermögen 39 Milliarden Euro  (Anm.: Die Forbes-US-Dollar-Angaben wurden nach dem aktuellen Kurs umgerechnet). Ein Großteil dieses Reichtums ist allerdings nicht Ergebnis eigener Arbeit, sondern schlicht geerbt. Wäre sein Vermögen nach dem vorgeschlagenen Modell besteuert worden, hätte er 1,6 Milliarden Euro entrichten müssen. Trotz dieser enormen Steuersumme wäre aber trotzdem das Gesamtvermögen angewachsen. Es stieg um knapp zwei Milliarden Euro – selbst nach Abzug der Vermögenssteuer bliebe ihm immer noch ein Nettogewinn von etwa 400 Millionen Euro.

Auf dem zweiten Platz liegt Johann Graf mit seinem Glücksspielimperium Novomatic Group und einem  Vermögen von 9,4 Milliarden Euro. Bei dem letztjährlichen Zugewinn von 2,6 Milliarden Euro käme seine theoretische Vermögenssteuer auf etwa 403 Millionen Euro. In Relation zu seiner letztjährigen Vermögenssteigerung klingt das fast schon nach einem Griff in die Portokasse.

Auf Platz drei rangiert Georg Stumpf der M+W Group. Dessen Vermögen beläuft sich auf 8,2 Milliarden Euro. Seine Steuerlast würde bei rund 355 Millionen Euro liegen. Die Plätze vier bis acht besetzen Reinold Geiger (L’Occitane), Wolfgang Leitner (Andritz AG), Toto Wolff (Formel 1), Ulrich Mommert (ZKW) sowie Michael Tojner (Varta). Gemeinsam verfügen sie über ein Vermögen von insgesamt 11,2 Milliarden Euro und würden zusammen etwa eine halbe Milliarde Euro an Steuern zahlen müssen.

Die Besteuerung der sogenannten „Super Acht“ würde also insgesamt rund 2,8 Milliarden Euro in die Staatskasse bringen. Auch wenn diese Summe enorm erscheint, relativiert sie sich: Umgerechnet käme dies einer Steuerbelastung von lediglich 24 Euro pro 1.000 Euro Vermögen gleich. Im Vergleich dazu wird Arbeit deutlich höher besteuert.

Übrigens: Die Trend-Liste der hundert reichsten Österreicher:innen zählt insgesamt 51 Milliardäre. Zusätzlich mit den hunderten Vermögensmiillionär:innen ist eine Gesamtsumme von bis zu 11 Milliarden Euro an jährlichen Steuereinnahmen durchaus realistisch.

Josef Stingl 

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