HITZEFREI GEFORDERT

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Wir schwitzen seit Tagen, Temperaturen jenseits der 30 Grad und unerträgliche Schwüle machen uns zu schaffen. Verständlich, denn die extreme Hitze belastet den Körper und setzt die Leistungsfähigkeit herab. “Große Anstrengungen sollten vermieden werden“, raten die Expert:innen. Kein Problem, wenn man sich im Ruhestand, im Urlaub oder in der Freizeit befindet – aber was tun, wenn die Arbeit ruft?

Deutsche Ärzt:innen verlangen wegen der steigenden Hitze die Einführung einer Siesta. In Italien, verlangen die Gewerkschaften gleich Hitzefrei. Wenn die Gesundheit der Arbeiter:innen nicht geschützt wird, drohen In der Hauptstadt der Region Froli-Cesena drohen die Gewerkschaften mit Streiks. In Österreich gibt es ebenso noch immer kein Hitzefrei – selbst bei 35 Grad im Schatten und mehr.

Es fehlt nachwievor die gesetzliche Grundlage dafür. Nur bei Bauarbeiter:innen gilt extreme Hitze als Schlechtwetter im Sinne des Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetzes. Liegen die Temperaturen über 32,5 Grad kann die Arbeit ruhen. Es wäre aber nicht Österreich liege die Entscheidung darüber beim Unternehmen und nicht bei den betroffenen Arbeiter:innen. Und so bekommt nur jede vierte Bauarbeiter:in tatsächlich hitzefrei.

Trotzdem: Unternehmen haben gegenüber ihren Beschäftigten eine Fürsorgepflicht. Das bedeutet auch, dass sie dazu verpflichtet sind, Gefahren für Leben und Gesundheit zu vermeiden. Der ÖGB fordert, dass “körperliche Arbeiten im Freien bei Ozonalarm eingestellt werden müssen oder dass es an speziellen Hitzearbeitsplätzen, wie in Gießereien, mehr bezahlte Pausen in abgekühlten Räumen geben muss”. 

“Raus aus den dürren Sozialpartnerschafts-Stauden. Solidarität ist unsere Stärke. Gemeinsam schaffen wir Hitzefrei!”

Daniel Spiegl, Betriebsrat und Landessprecher der Gewerkschaftlichen Linken

Viele Beschäftigte wünschen sich an besonders heißen Tagen einfach nur Hitzefrei. Das ist im österreichischen Arbeitsrecht (noch nicht) nicht vorgesehen. Beim Bundeskongress des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) im Juni diesen Jahres wurde eine Senkung  des Hitzefrei-Grenzwertes der Bauerbeiter:innen (und Straßenarbeiter:innen, Feldarbeiter:innen,… ???) auf 30 Grad gefordert.  Bei der Umsetzung wird österreichisch auf Sozialpartnerschaft gesetzt. Streik-Gedanken wie in Italien sind für die Führenden des ÖGB leider undenkbar.

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